Nach Xinjiang

Die Provinz Xinjiang ist die am weitesten westlich gelegene und größte Provinz Chinas. Geschichtlich ist Xinjiang den zentralasiatischen Ländern sehr nahe, und war im 20. Jahrhundert wie das übrige Zentralasien auch zeitweise unter sowjetischem Einfluss. Nach der Gründung der Volksrepublik China wurde Xinjiang – damals unter Billigung der Sowjetunion – annektiert. Seitdem und besonders seit der Kulturrevolution war es in der Provinz durch Unabhängigkeitsbestrebungen der Einwohner immer wieder unruhig, mit zum Teil blutigen Ausschreitungen, auch in jüngster Zeit. Die Polizei- und Militärpräsenz soll seitdem noch höher sein als in anderen Teilen Chinas. Die Sicherheitsvorkehrungen an der Grenze sind besonders strikt, und für eine Grenzüberquerung, wenn man aus Zentralasien kommt, muss man hier einen Tag einplanen, zum Beispiel musste ich eine Strecke von ca 150 Kilometern durch das Militärgebiet an der Grenze mit dem Tai zurücklegen. Das Grenzgebiet ist Ausländern nur mit diesen autorisierten Taxis gestattet.
Traditionell ist Xinjiang das Land der Uiguren und weiterer zentralasiatischer Völker, wie der Kasachen und der Kirgisen. Die Uiguren sind in Sprache und Kultur mit den zentralasiatischen Wander-Völkern eng verwandt. Viele Häuser erinnern ebenfalls an Zentralasien, und selbst Jurten finden sich noch vereinzelt in den Dörfern. Das Ansiedlungsprogramm von Han-Chinesesn aus dem Osten, die als Arbeiter nach Xinjiang kommen, ist seit mehreren Jahrzehnten ein wichtiges Programm des chinesischen Staates. Mittlerweile machen die Chinesen aus den östlichen Provinzen ungefähr die Hälfte der Einwohner Xinjiangs aus.
Mein erstes Ziel ist Kashgar, eine alte Seidenstraßenmetropole. Kashgar wurde in den letzten Jahren zunehmend „modernisiert“, die alte Lehmziegelstadt am südwestlichen Rand der Taklamakanwüste musste zu größeren Teilen dem modernen Kashgar weichen. Die alte Stadt, ein kleines noch erhaltenes oder wiederaufgebautes Zentrum, wirkt allerdings ursprünglich. Hier ist das Straßenleben immer noch von den Uiguren geprägt: regelmäßig wird von der Moschee gegenüber meinem Hostel zum Gebet gerufen und die Menschen laufen in traditionellen Kleidungen und Kopfbedeckungen herum. So hat die Stadt hier trotz der noch jungen Skyline hinter der Altstadt eine besondere Ausstrahlung, und ich bin schon seit vier Tagen hier und genieße entspannt das Treiben.
Mein persönliches Highlight ist der abendliche Nachtmarkt: Fressbude ist an Fressbude gereiht, und öffnet jeweils nach Sonnenuntergang. Es gibt alles, was man aus Schaf und Lamm herstellen kann, außerdem Fisch und einige Nudelstände. Natürlich probiere ich alles und bin so bereits Stammgast. Schafsinnereien sind eine Delikatesse, Schafsauge und Schafsfüße speichere ich unter Erfahrung ab.

Von Sary-Tash nach Kashgar:

Kashgar:

Der Nachtmarkt in Kashgar:

Milchshake wird auf dem Nachtmarkt zubereitet:

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