Entlang der Seidenstraße

Karawanserei Robat e-Sharaf (Nordiran):

Das war ein Highlight, mitten in der Wüste gelegen, etwa 60 km vor der turkmenischen Grenze, keine weiteren Touristen in dieser sehr gut erhaltenen Karawanserei von 1115. Ein Brunnen im Zentrum der Karawanserei garantierte die Versorgung für Tiere und Menschen nach langen Tagen in der Wüste.

Bukhara (Usbekistan) ist eine gut erhaltene alte Stadt im Süden des Landes, lange Zeit das Handelszentrum der Seidenstraße.

Ländliches Usbekistan:

Samarkand (Usbekistan) hat ebenfalls eine lange Geschichte. Samarkand wurde schon von Alexander dem Großen erobert, der die Schönheit gepriesen hat. Die Stadt ist an der Kreuzung zwischen Indien, Persien und China gelegen und war das Seidenstraßenzentrum vom 6. bis 13. Jahrhundert, bis die Stadt von Dschingis Khan erobert wurde.  Ab dem 15. Jahrhundert wurde Samarkand wiederentdeckt und Wissenschaftszentrum der gesamten Region. Heute ist das Zentrum  der Stadt ein riesiges Museum und wichtige Pilgerstätte der Zentralasien-Touristen.

 

 

Auf der Wüstenstraße nach Yazd

In Isfahan bin ich mal wieder aufs Fahrrad gestiegen, um nach Yazd zu fahren. Wegen der extremen Temperaturen wollte ich von Sonnenaufgang bis Mittag und in den Abendstunden radeln. Der erste Tag war gut, bald war ich in Varzaneh, 110 km östlich von Isfahan, etwas dehydriert, aber zeitlich knapp vor der hochstehenden und unerträglichen Mittagssonne angekommen. Hussein, ein Truckfahrer aus dem Ort, lud mich zu Mittagessen und Siesta in seine Wohnung ein. Schön gekühlt durch die Klimaanlage verbrachte ich dort den Nachmittag auf persischen Teppichen.

Mit frischem Wasser wollte ich mich dann in die „echte“ Wüste aufmachen. Knapp 100 Kilometer bis zum nächsten Ort, auf halber Strecke soll es eine Karawanserei mit Wasser geben. Am Abend fuhr ich bis zum Sonnenuntergang noch einmal 30 Kilometer auf der Wüstenstraße und schlug dann mein Zelt am „schwarzen Berg“ gegenüber eines großen Salzsees auf.

Leider habe ich mich dann doch mit dem Wasservorräten verkalkuliert,  die Karawanserei konnte ich nicht finden. Am nächsten Morgen gab es  über 3 Stunden kein Auto auf der Straße, das ich hätte anhalten und nach Wasser fragen können. Leichter Gegenwind und ein leichter Anstieg waren zusätzlich geringfügig demotivierend. Mit 2,5 Litern Wasser noch 60 Kilometer bis zum nächsten Dorf zu fahren wollte ich nicht, immer ungewiss, ob noch ein Auto kommt, dass mir Wasser geben kann. So viel Mut hatte ich dann doch nicht. Also drehte ich um und fuhr nach Varzaneh zurück, um nach Yazd zu trampen. Aber die Nacht in der Wüste und das radeln war trotzdem spannend, am Salzsee gab es Flamingos und Schakale und ich weiss nun, dass die iranische Wüste ein schattenfreier heißer Ort ist, auf den man sich doch besser vorbereiten muss.

Yazd ist eine spannende und sehr alte Wüstenstadt. Die Altstadt hat ausschließlich Häuser, die in traditioneller Lehmbauart gebaut sind, das kühlt tagsüber und konserviert die Wärme für die Nächste. Aufgrund des leichten Windes ist die Hitze (>40 Grad) in Yazd erträglich, im Guesthouse traf ich die Radler Conny und Jens wieder, die sich vom Tehraner Visastress in der Wüstenstadt erholen wollten.

Aus Teheran

Etwas nervig ist es wirklich mit den ganzen gesperrten Internetseiten im Iran (auch der Blog), und das Uploaden von Bildern ist nur mit Tricks möglich. In Iran nutzt man Antifilter, um die Sperrungen zu umgehen, zum Preis eines (noch) langsameren Internets. Dafür erhält man Facebook, Youtube und Bild.de. Das Öffnen einer Seite kann aber mal eine Akkuladung des Handys dauern. Der Torbrowser auf dem Computer läuft leider gerade noch etwas unzuverlässig. Aber es gibt ja auch alkoholfreies Bier, dass es nicht nur malzig und süß, sondern auch fruchtig und süß an jedem Kisok zu kaufen gibt.

Und um Vorurteile abzubauen: es gibt Alkohol im Iran, und im Kocher brennt es wie reiner Alkohol:

Alkohol

Seit Tabriz war ich 10 Tage unterwegs auf kleinen Nebenstraßen durch kleine Dörfer, zusammen mit Luka aus der Schweiz und Conny und Jens, zwei Ärzten aus Marburg auf ihrer Tour nach Singapur. 10 Tage im Zelt, fast ausnahmslos gutes Wetter, Hitze bis 35 Grad, und Landschaften, die man sich durch erneut unzählige Höhenmeter und gänzlich fehlendes Internet erstrampeln musste. Zelten in Iran ist manchmal eine Herausforderung, denn generell frage ich doch gerne, ob ich an dem auserkorenen Platz auch wirklich zelten darf. Für gewöhnlich wird gewarnt, es sei gefährlich aufgrund der Tücken der Wildnis. Man hat dann den Besitzern oder Anwohnern des Platzes zu erklären, dass man natürlich darauf achtet, nicht auf Schlangen zu treten – und dass man auch wegen der Schakale vorsichtig sein würde und dass man selbstverständlich genügend Wasser hat. Für gewöhnlich bekommt man danach für ein paar Stunden Gesellschaft, es werden jede Menge Gruppenfotos gemacht und man bekommt Honig, Olivenöl, Eiswasser oder Brot gereicht. 10 Tage fuhren wir gemütlich, immer bedacht, ausreichende Siesta zur Mittagssonne und üppige Mahlzeiten an besonderen Zeltplätzen zur Nacht zu haben.

Die letzten Kilometer nach Teheran haben wir dann auf einem blauen Pickup zurückgelegt. Mal wieder Botschaftsgänge und Visaangelegenheiten. Noch fehlt mir die Genehmigung für Turkmenistan. Außerdem braucht mein Fahrrad eine Generalüberholung, die Felgen sind leider nicht so hitzebeständig, und ganz vielleicht finde ich Ersatz für mein geschmolzenes Felgenband.

Hello my friend – Welcome to Iran

Iran kam dann rasch immer näher. Nach Regenpause in Goris habe ich dann die Tatev-Seilbahn genommen und ein paar hundert Höhenmeter gespart  – „gecheatet“, oder eben mit den Kräften gehaushaltet vor dem letzten armenischen Berg eben.

Kapan
Höhenprofil – Meghri-Pass

Nach Goris war das Wetter noch einmal schön. Die Seilbahn führte direkt zum Tatev-Kloster,das in den letzten Jahren renoviert worden ist. Seit dem Bau der Seilbahn eine wichtige Anlaufstelle für Touristenbusse. Danach noch einmal radeln durch wunderbares armenisches Hochland.

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Seilbahn zum Tatev-Kloster

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Kapan ist die letzte größere Stadt vor der Grenze zum Iran. Leider gab es noch mal ergiebige Regengüsse, dass ich in Kapan noch einen zweiten Tag im Hotel verbrachte und wartete. Den Anstieg zum Meghri-Pass wollte ich schließlich an einem Tag machen, einmal sportlich sein, und den 1.HC Berg in einem fahren. Die 37 Kilometer bergauf habe ich mit einem Durchschnitt von 8,34km/h gemacht. Maximale Steigung vor dem Pass 12%. Die Abfahrt ging natürlich etwas schneller.

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Danach alles eigentlich wie erwartet und wie bereits von vielen Iranbesuchern beschrieben: 1. plötzlicher „Klimawandel“ von feuchtem Klima in Armenien zu einer trockenen semiariden Steppenlandschaft. Und das innerhalb weniger Kilometer – ok, habe es nun auch gesehen und bestaunt. Rasch lerne ich, mich mit ausreichend Wasser einzudecken, noch nicht gewöhnt hat sich allerdings bisher mein Körper an den extremen Wasserverbrauch.
2. überall so freundliche und hilfsbereite Menschen und gar nicht zu aufdringlich, „Welcome to Iran“, „I am happy to welcome you in my country“, „Hello my friend, thank you for visiting Iran“.

Trotzdem fremdelte ich noch ein wenig in der neuen Umgebung des „Gottesstaates“, und habe mir für die ersten zwei Tage Campingplätze abseits der Zivilisation gesucht und meine eigenen Suppen gekocht. Auf den Straßen natürlich freudliches Zuwinken jedes hupenden Autos, jeder picknickenden Familie am Straßenrand und bereitwilliges Fotomodellstehen für die ganze Familie an den Rastplätzen. Familiäres Setting war sowieso das, was mir besonders auffiel, immer sah man die ganze Familie im Auto fahren, Picknicken oder Einkaufen. Und Gespräche/Smalltalk führte ich mit iranischen Männern und Frauen, die gleichermaßen gut oder weniger gut Englisch sprachen.

Iran (1) Iran (2)

Durch die nordiranische Wüste
Durch die nordiranische Wüste
CAmping in Iran
Camping in Iran
BLick auf Aserbaidschan
Blick auf Aserbaidschan
Kebabstand
Kebabstand

Iran
Der erste Kontakt mit einem Iraner hatte ich dann auf dem Weg nach Tabriz: Ein Auto hielt und Ata, ein Student aus Tabriz fragte mich, ob er mich in die Stadt mitnehmen könne. „Klar, gerne es ist eklig heiß auf der Straße, der Verkehr ist grauenhaft und beides wird sicher schlimmer, je näher ich der Stadt komme“. Er brachte mich zu einem günstigen Hotel im Zentrum, half mir, eine Sim-Karte für das Handy zu besorgen und wollte mir dann gleich noch am Abend mit einem Freund zusammen die Stadt zeigen. Wir liefen über den Basar, die alte blaue Moschee. Ich wäre verloren in diesem Labyrinth aus Straßen. Der Basar ist über 1000 Jahre alt, und war wichtiger Knotenpunkt der alten Seidenstraße. Insgesamt gibt es 24 Karawansereien auf 7 Quadratkilometern, schon nach einigen Metern ist man in diesem Labyrinth verloren. Kann man gar nicht alles besuchen, aber es reicht auf ein paar Gänge abzulaufen, der Duft der Gewürze und Lebensmittel, exotisches und bekanntes wird angeboten. Fladenbrote mit Safran und Safraneis – lecker.

Tabriz (1) Tabriz (2) Tabriz (3) Tabriz (4) Tabriz (5) Tabriz-Basar (1) Tabriz-Basar (2) Tabriz-Basar (3) Tabriz-Basar (4) Tabriz-Basar (5) Tabriz-Basar (6) Tabriz-Basar (7) Tabriz-Basar Tabriz