Richtung Pamir Highway

Samarkand
Start bei Sonnenaufgang in Samarkand

Samarkand-Duschanbe

Nach Ruhetagen in Samarkand mit deutschem Fernsehen und Fußball schauen wollte ich zum Halbfinalspiel in Duschanbe sein. 500km, kein zu anstrengendes Profil. Bei tollem Wetter konnte ich sportlich fahren und habe am ersten Tag sogar einen neuen Tages-Kilometer-Rekord aufgestellt (ok, es ging bergab und ich hatte kontinuierlich Rückenwind). Der Fahrradcomputer wurde mir leider kurz danach geklaut. Ich verbuche das nach 1 Stunde ärgern unter „Befreiung vom Überfluss“, außerdem gibt es GPS und Smartphoneapps.

Der Osten von Usbekistan war dann landschaftlich abwechslungsreich und spannend, mit natürlichen Flüssen (keine Bewässerungskanäle mehr) und ersten Hügeln vor den großen Bergen, die bald kommen.

Während ich die Landschaft genoss, habe ich mich mit Musik auf den Ohren meist von den Autos abgekapselt. Die Autos in Usbekistan haben keine Bremse, sondern nur Gaspedal und Hupe. Das Hupen und Gas geben direkt neben dem Radfahrer ist sicher fast immer freundlich gemeint, anerkennend, oder drückt die Überraschung des Autofahrers aus – aber es nervt, weil wirklich jeder hupt und ich mich gezwungen sehe, freundlich zurückzuwinken. In den Dörfern und Städten ist das Fahren angenehmer, ich kann leider nicht jede Einladung zum Gespräch annehmen, denn jeder im Dorf will wissen woher ich komme, warum das Fahrrad so klein ist und wohin es noch gehen soll. Aber manche Einladung habe ich angenommen, und aus einem Gespräch sind schöne Stunden auf einer Datscha einer usbekischen Familie geworden. In Ost-Usbekistan gibt es auch wieder Hunde, die blöden Fahrradhasser auf vier Beinen, die Balkan und Türkei regiert haben und im Iran und in Turkmenistan wohl seit geraumer Zeit ausgestorben sind. Tatsächlich hat mich ein Biest attackiert und in meinen Rucksack und mein Zelt gebissen – die Narbe wird dort ewig bleiben. Ein anderer Hund hat mich nicht aus dem Zelt gelassen, bis ich ihm das Brot, dass ich am Vortag geschenkt bekommen habe, überlassen habe.  

Und letztendlich habe ich am vierten Tag kurz hinter Denov in Usbekistan die Fernstraße M41 – den „Pamir Highway“ erreicht! Und habe sogar einen Tag früher Duschanbe erreicht.

Samarkand-Duschanbe (15)
M41 – Fast am Ziel der Reise!

Entlang der Seidenstraße

Karawanserei Robat e-Sharaf (Nordiran):

Das war ein Highlight, mitten in der Wüste gelegen, etwa 60 km vor der turkmenischen Grenze, keine weiteren Touristen in dieser sehr gut erhaltenen Karawanserei von 1115. Ein Brunnen im Zentrum der Karawanserei garantierte die Versorgung für Tiere und Menschen nach langen Tagen in der Wüste.

Bukhara (Usbekistan) ist eine gut erhaltene alte Stadt im Süden des Landes, lange Zeit das Handelszentrum der Seidenstraße.

Ländliches Usbekistan:

Samarkand (Usbekistan) hat ebenfalls eine lange Geschichte. Samarkand wurde schon von Alexander dem Großen erobert, der die Schönheit gepriesen hat. Die Stadt ist an der Kreuzung zwischen Indien, Persien und China gelegen und war das Seidenstraßenzentrum vom 6. bis 13. Jahrhundert, bis die Stadt von Dschingis Khan erobert wurde.  Ab dem 15. Jahrhundert wurde Samarkand wiederentdeckt und Wissenschaftszentrum der gesamten Region. Heute ist das Zentrum  der Stadt ein riesiges Museum und wichtige Pilgerstätte der Zentralasien-Touristen.